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Echtzeit & Software

Eigene Prüfstandssoftware: Ansteuerung, Live-Visualisierung und automatisierte Testfälle

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigenentwickelte Prüfstandssoftware gehört dem Betreiber: keine laufenden Lizenzkosten, keine Abhängigkeit von einem Hersteller, jede Erweiterung ist möglich.
  • Automatisierte Testfälle laufen wahlweise als Python-Skript oder über CSV-Setpoint-Dateien, vom einfachen Sollwertprofil bis zur kompletten Testsequenz.
  • Live-Visualisierung und Datenspeicherung laufen typisch mit 10 ms Zykluszeit; für Detailanalysen zeichnet das RT-Logging jede Messgröße in der Zykluszeit des Echtzeitsystems auf, bei unseren Prüfständen ist das 1 ms.

Warum eigene Software statt Lizenzmodell?

Kommerzielle Prüfstandssoftware kostet Jahr für Jahr Lizenzgebühren, und jede Anpassung führt über den Hersteller: Ticket, Angebot, Warten. Eine eigenentwickelte Testautomatisierung dreht das Verhältnis um. Die Software gehört dem Betreiber, ein neuer Prüfablauf, eine zusätzliche Auswertung oder ein geändertes Protokollformat sind eine interne Aufgabe, kein Beschaffungsvorgang.

Dazu kommt ein Qualitätsargument: Eine Software, die für genau einen Prüfstand und genau seine Aufgaben gebaut ist, bleibt schlank und robust. Sie muss nicht hundert Gerätefamilien und Sonderfälle bedienen, sondern einen Zweck, und den zuverlässig, auch im Dauerlauf über Tage und Wochen.

Was die Software am Prüfstand leistet

Im Kern ist es eine Ansteuerungs- und Visualisierungssoftware: Sie fährt Sollwerte für Drehzahl, Drehmoment oder Leistung, überwacht Grenzwerte und zeigt während des Laufs alle Messgrößen live, vom Drehmoment bis zur Temperatur.

Darauf setzt die Testautomatisierung auf, und zwar bewusst auf zwei Wegen: Komplexe Abläufe mit Logik und Verzweigungen entstehen als Python-Skript. Einfache Sollwertprofile dagegen kommen als CSV-Setpoint-Datei in die Software, ein tabellarisches Profil, das jedes Teammitglied in einer Tabellenkalkulation anlegen kann, ganz ohne Programmierkenntnisse. Beides läuft anschließend automatisiert und reproduzierbar.

Am Ende zählt, was hinten rauskommt: Die Messdaten werden in verschiedensten Formaten gespeichert und ausgegeben, von einfachen Tabellen für die schnelle Sichtung bis zu kompakten Formaten für die automatisierte Auswertung. So landen die Ergebnisse direkt in dem Werkzeug, mit dem das Entwicklungsteam ohnehin arbeitet.

Zwei Geschwindigkeiten: 10 ms im Alltag, 1 ms wenn es zählt

Live-Visualisierung und Datenspeicherung laufen typisch mit 10 ms Zykluszeit, das ist flüssiger, als das Auge folgen kann, und mehr als genug für die meisten Auswertungen. Wenn es um Details geht, etwa das Einschwingen eines Reglers oder kurze Lastspitzen, übernimmt das RT-Logging auf der Echtzeit-Ebene: Es zeichnet jedes Detail in der Zykluszeit des Echtzeitsystems auf, inklusive aller internen Messgrößen des Linux-RT-Systems, bei unseren Prüfständen ist das 1 ms. So gibt es keinen Kompromiss zwischen flüssiger Oberfläche und lückenloser Aufzeichnung, beide Wege existieren parallel.

Möglich macht das eine klare Architektur: Die Bedienoberfläche (auf Basis von Qt und Python) ist strikt von der Echtzeit-Regelung getrennt. Die Oberfläche darf sich Zeit lassen, die Regelung nie, und keiner stört den anderen.

Und bei ENGtron?

Ansteuerung, Live-Visualisierung und Testautomatisierung der ENGtron-Prüfstände sind vollständige Eigenentwicklung: automatisierte Testfälle per Python oder CSV-Setpoint-Dateien, 10 ms Zykluszeit im Prüfalltag, RT-Logging in der Echtzeit-Zykluszeit von 1 ms bei Bedarf und Export in die Formate, mit denen das Kundenteam arbeitet. Dieses Know-how bieten wir als Dienstleistung an, von der neuen Prüfstandssoftware bis zur Migration weg von kostenintensiven Lizenzmodellen.

Sprechen wir über Ihre Messaufgabe

ENGtron unterstützt bei Prüfdienstleistungen, Prüfstandsbau und Prüfstandssoftware, direkt vom Entwicklungsingenieur, ohne Umwege. Beschreiben Sie Ihre Aufgabe in zwei, drei Sätzen und Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung.

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